Info Wolfsbarschangeln

Das sollten Sie wissen:

Sobald die Wassertemperatur über die 13° Celsius Marke klettert, stellen sich die Wolfsbarsche vor Baltrum ein, um zwischen den Buhnen im Westen der Insel Kleinfische zu jagen. Die Saison beginnt je nach Wetterlage im Mai und die Fische sind bis mindestens September in Wurfweite. Bei wenig Wind und ruhiger See ist das Wasser schön klar und man kann, unabhängig von der Tide, den ganzen Tag über mit Bissen rechnen. Wenn der Wind aus östlichen Richtungen pfeift, liegen die Buhnen im Windschatten der Insel und lassen immer noch eine gute Angelei zu. Sommer, Windstille, Gewitterluft kombiniert mit ablaufendem Wasser – optimale Bedingungen! Wer jetzt statt Wölfe zu jagen, lieber faul am Strand liegt und ein Eis isst, ist selber Schuld!
 
Die gängigste Methode, auf der Insel einen Wolfsbarsch zu überlisten, ist das Spinnfischen. Für den ersten Erfolg braucht es nicht viel Gerät. Rute, Rolle und eine Köderbox mit einer kleinen Auswahl an Gummifischen, Blinkern und Wobblern reicht völlig aus, um einen Nordseesilberbarren ans Band zu bekommen.
Ob Geflochtene oder Mono-Material, da streiten sich die Geister. Ich komme mit einer 25’er Mono Leine besser klar und sehe darin für mich mehr Vorteile. Der Wolfsbarsch ist ein Augenjäger und die monofile Schnur ist bei klarem Wasser unauffälliger, gegen Muscheln bietet sie zudem einen besseren „Schnittschutz“ als geflochtene. Am meisten schätze ich aber ihre „Puffereigenschaften“, da der Wolfsbarsch gerade vor den Füßen noch einmal richtig Gas gibt. Aussteiger durch Ausschlitzen lassen sich so prima vermeiden.
Als Köderfarben kommen alle Variationen von blau, silber, grün und weiß in Frage – Kleinfischlook eben. Natürlich sind ein paar grelle Farb-Schocker auch mal einen Versuch wert.
Die Obduktion einiger Fische ergibt immer wieder, dass auch gerne kleine Krabben zum Speiseplan gehören. Grundnah geführte Gummifische in braunen Tönen sind ebenfalls sehr fängig – gerade wenn wenig Futterfisch um die Buhnen herum zu sehen ist.
Mit folgender Regel liegt wahrscheinlich jeder Wolfsbarschangler einigermaßen richtig: klares Wasser: natürliche Farben, trübes Wasser: silber, rot und firetiger.
 
Kräftemäßig würde ich den Wolfsbarsch mit einer fitten Regenbogenforelle, die nicht aus dem Wasser springt, vergleichen. Wer behauptet, dass eine gute 5-6 Kilogramm tragende Leine zum Wolfsbarschangeln nicht ausreicht, soll einmal das Ende der Schnur am Gartenzaun befestigen und mit der Spinnrute einen Zug-Test machen – den Wolfsbarsch, der damit nicht sicher zu drillen ist, will ich sehen!
Ausnahmen bilden vielleicht Bisse direkt neben Hindernissen wie Fahrrinnenmarkierungen, hinter die der Fisch mit Hilfe der Strömung abziehen kann. Damit so etwas nicht passiert, lassen sich solche Risiken aber schon beim Wurf berücksichtigen, es gibt meiner Meinung nach keinen Grund mit schwerem Hechtgerät anzurücken.
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 Viel Spaß und Petri Heil wünschen Andreas Dietrich und Jan Lock 

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